Was ist dran am Thema “Haftung in der betrieblichen Altersvorsorge”? Oder ist es etwa nur eine böse Drohgebärde von Versicherungsmenschen um sich Mandate und Umsatz zu erschleichen?

Vorneweg: Ja das Thema Haftung kann tatsächlich zum Thema werden wenn man bei der Ausgestaltung der betrieblichen Altersvorsorge nicht aufpasst.

Grundsätzlich ist der Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge im Betriebsrentengesetz geregelt. Jeder Arbeitnehmer hat also einen Rechtsanspruch einen Teil seines Lohns in eine betriebliche Altersvorsorge umzuwandeln:

§ 1a Betriebsrentengesetz
Anspruch auf betriebliche Altersversorgung durch Entgeltumwandlung

(1) 1 Der Arbeitnehmer kann vom Arbeitgeber verlangen, dass von seinen künftigen Entgeltansprüchen bis zu 4 vom Hundert der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung durch Entgeltumwandlung für seine betriebliche Altersversorgung verwendet werden. 2 Die Durchführung des Anspruchs des Arbeitnehmers wird durch Vereinbarung geregelt. 3 Ist der Arbeitgeber zu einer Durchführung über einen Pensionsfonds oder eine Pensionskasse (§ 1b Abs. 3) oder über eine Versorgungseinrichtung nach § 22 bereit, ist die betriebliche Altersversorgung dort durchzuführen; andernfalls kann der Arbeitnehmer verlangen, dass der Arbeitgeber für ihn eine Direktversicherung (§ 1b Abs. 2) abschließt….

Das heißt also, jeder Ihrer Mitarbeiter hat einen Rechtsanspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge. Sie haben als Arbeitgeber das Recht die Art und den Durchführungsweg zu bestimmen, da Sie für die Zusage auf Altersversorgung gegenüber Ihrem Mitarbeiter haften. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich den Versicherer und den Beratungsprozess genau anschauen, damit Sie hier schon die ersten Haftungsfallen ausschließen.

Einheitliche Regelung vermeidet Haftungsfallen!

Sie können natürlich jedem Arbeitnehmer erlauben eine betriebliche Altersvorsorge bei einem Berater seines Vertrauens abzuschließen. Allerdings gehen Sie hier folgende Risiken ein:

  • Sie wissen nicht wie hoch die Garantien am Ende der Laufzeit sind.
  • Wie ist die Hinterbliebenenleistung geregelt?
  • Sind alle Rentengarantiezeiten gleich geregelt?
  • Wird bei einem Mitarbeiter eine BUZ mit angeboten und bei dem anderen nicht?

Es entstehen also Haftungsfallen im kompletten Bereich der Ausformulierung der Verträge bzw. der Zusagen gegenüber Ihren Mitarbeitern.

Entscheiden Sie sich für eine einheitliche Regelung, sollte diese in einer Betriebsvereinbarung oder Versorgungsordnung geregelt sein! Aus dem Arbeitsverhältnis heraus ergeben sich verschieden Haupt- und Nebenpflichten, hierunter fällt auch die Information zur betrieblichen Altersvorsorge. Also wenn es eine betriebliche Altersvorsorge gibt sollte die dazugehörige Versorgungsordnung den Mitarbeitern zugänglich sein, beispielsweise im Intranet. Auch sollte die Belegschaft regelmäßig informiert bleiben und auch bei Neueinstellungen empfiehlt sich eine generelle Information, eventuell mit Erinnerung nach sechs Monaten.
Auch hier heißt das Zauberwort: “Digitalisierung”. Wir helfen Ihnen dabei diesen Prozess komplett digital abzubilden und zu dokumentieren!

Ein weiteres Highlight ist in diesem Zusammenhang unser internes bAV-Clearing. Hier nehmen wir Ihnen nicht nur einen großen Verwaltungsaufwand ab, sondern reduzieren Ihre Haftung bei der Übernahme von Bestandsverträge die Mitarbeiter von einem alten Arbeitgeber mitbringen. Hier gilt es zu prüfen: Welcher Durchführungsweg wurde vereinbart, welche Zusagen wurden gemacht oder wie ist das Garantiniveau. Nach unserer Prüfung bekommen Sie eine Empfehlung von uns und wir beraten Ihren Mitarbeiter, damit er die bestmögliche Lösung findet.